Schutzgebiete

der Ferienregion Imst

Wandern Sie durch die idyllischen Schutzgebiete

Dank Weitblick und vorausschauendem Handeln blieben viele dieser besonderen Landschaften in der Ferienregion Imst in ihrer ursprünglichen Form erhalten. In den weitläufigen Schutzgebieten 

gibt es viel zu entdecken – von der Geologie, die interessante Geschichten greifbar macht, bis zur einzigartigen, alpinen
Flora und Fauna.

Fernsteinsee & Afrigal

Am Eingang des Gurgltals lädt mit dem Gebiet rund um den Fernsteinsee in Nassereith eines der lauschigsten Plätzchen Tirols zum Verweilen und Genießen in freier Natur ein. Mit dem ehemaligen Jagdschloss Sigmundsburg, welches aus der Mitte des Gewässers ragt, bietet der Fernsteinsee einen beeindruckenden Blickfang.

Das romantische Ambiente eignet sich perfekt für Spaziergänge und Wanderungen auf Nassereither Boden. Wer es lieber gemütlicher mag, kann das kühle Nass bei einer Tretbootfahrt auf dem Fernsteinsee erkunden.

Ganz in der Nähe, im Talkessel des Afrigal, ragt der größte Spirkenwald Österreichs mit Bäumen, die eine Länge von bis zu 25 m erreichen, in die Höhe.

Spirkenwälder haben ein eigenes Flair. Kontrastreich stehen die dunkelstämmigen Bäume mit ihrer dunkelgrünen Benadelung im hellgrauen Dolomitgestein. Eingestreut sind rotstämmige Föhren und spitzkronige Fichten. Unweit der Fernpassstraße sieht man sich versetzt in eine Waldkulisse, die an Nordamerika oder Skandinavien erinnert.

Sinnvoller Schutz
Der Fernpass ist das beste Wuchsgebiet der Spirke in Österreich. Aus diesem Grunde wurde der Wald bereits 1990 als Naturwaldzelle außer Nutzung gestellt und nach seiner Nominierung zum Natura 2000-Gebiet im Jahre 2010 zum Naturschutzgebiet erklärt.

Rosengartenschlucht

Auf einer Länge von 1,5 km gräbt sich der Schinderbach von der Blauen Grotte durch die Felsrücken der Imster Mittelgebirgsterrassen bis zur Johanneskirche. (Höhenunterschied 250 m).

Für Geologen spiegeln sich darin Jahrmillionen der Erdgeschichte, aber auch alle, die weniger an Geologie interessiert sind, lässt die Schönheit der Rosengartenschlucht sowie der Reichtum an Blumen, Tieren und Steinen in dieser Schlucht in Imst staunen.

Alpine Pflanzen und Tiere steigen aufgrund der besonderen Bedingungen in der Rosengartenschlucht weit tiefer als es ihrer eigentlichen Verbreitung entspricht. Das feucht kühle Klima fördert das Wachstum von Farnen und Moosen, man begegnet hier einer einmaligen Vegetation. Die Natur blieb hier praktisch ihrer freien Dynamik überlassen, man erblickt gewissermaßen ihr wahres Gesicht.
Bemerkenswert: Der Einstieg liegt mitten im Zentrum der Stadt.

Blaue Grotte

Das Besondere an der Blauen Grotte ist die Geschichte ihre Entstehung: Schon vor 2000 Jahren zur Römerzeit wurde hier fleißig gearbeitet und nach silberhaltigem Bleiglanz gesucht. Der Geologe Peter Gstrein vermutet, dass bereits in den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt mit der Feuersetzmethode abgebaut wurde; dabei wurde das Gestein des Felsens durch die Erhitzung spröde und konnte auf diese Weise leichter abgeschlagen werden. So entstand die Blaue Grotte, die wohl in ihrer Art einzigartig in Tirol ist.

In Hoch-Imst angekommen, können Sie entweder über das Wetterkreuz nach Imst retour wandern, oder Ihre Wanderung mit den Imster Bergbahnen und dem Alpine Coaster in Hoch-Imst fortsetzen.

Muttekopfgebiet

Das Ruhegebiet Muttekopf wurde wegen seiner geologischen Besonderheit und Schönheit unter Naturschutz gestellt

Das Ruhegebiet um den Muttekopf umfasst den südöstlichen Teil der Lechtaler Alpen. Eine geologische Besonderheit ist das höchstgelegene und am besten aufgeschlossene Gosauvorkommen der gesamten Kalkalpen. Die Vielfalt der kreidezeitlichen Ablagerungen mit Brekzien, Konglomeraten, Sandsteinen, Mergeln, Turbiditen und den berühmten Megabrekzien der „Blauen Köpfe“ am Südabhang des Muttekopfes machen das Gebiet zu einem einmaligen Lehrbeispiel der Sedimentgeologie.

Lebewelt
Das Muttekopfgebiet liegt weitgehend oberhalb der Waldgrenze. Zwergstrauchheiden, blumenreiche Matten, Schuttfluren und Polsterpflanzen prägen das Landschaftsbild. Die fruchtbaren Böden auf den Mergeln und Sandsteinen fördern eine bemerkenswert artenreiche Pflanzenwelt. Eine reizvolle Besonderheit ist das Seebrig-Gebiet. Im Zentrum einer Mulde südlich des Muttekopfhanges hat sich ein ausgedehntes Wollgras-Moor entwickelt.
Das Gebiet wird traditionell als Sommerweide für Schafe genutzt. In den Felsen des Muttekars sind häufig Steinböcke zu beobachten.

Milser Au

Das „Revitalisierungsprojekt Milser Au“ erhält das Ökosystem des Grauerlen-Auwaldes langfristig und revitalisiert den natürlichen Lebensraum, damit ein Fortschreiten des Überganges von der Weichholzau in eine ökologisch weniger wertvolle verhindert werden kann.
Durch das Revitalisierungsprojekt wurden in Verbindung mit naturnahen Flussverbauungen Hochwasser-Rückhalteräume und wertvolle Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen geschaffen.

Antelsberg

Der Antelsberg bei Tarrenz ist einer der seltenen Lebensräume des Deutschen Skorpions in den Nordalpen. Skorpione sind als Angehörige der Spinnentiere Nachfahren der ältesten landlebenden Tierarten. Sie scheinen sich im lichten, warmen und trockenen Föhrenwald über dem Gurgltal besonders wohlzufühlen, denn hier hat sich eine der größten Bestände dieser Tierart in den Nordalpen entwickelt. Als stachelbewehrte Exoten aus dem Süden wirken diese urtümlichen Gliederfüßler auf uns Mitteleuropäer etwas unheimlich. Der Stich der Antelsberger Skorpione ist für seine Beutetiere giftig, für den Menschen jedoch harmlos. 

Pflanzen:
Dank seines milden Klimas gilt Imst und seine Umgebung als das „Meran Nordtirols“. Die Lechtaler Alpen schützen das Gurgltal vor kalten Winden aus dem Norden. Der südexponierte Hang des Antelsberges mit seinem kargen, stickstoffarmen Boden wird von lichtem Föhrenwald bedeckt. Im Unterwuchs wachsen besonders gut an Trockenheit und Nährstoffarmut angepasste Pflanzenarten. Farbenfrohe Beispiele sind Mückenhändelwurz (eine Orchidee), Blutroter Storchschnabel, hellviolette Herbstastern und cremeweißer Deutscher Backenklee. Im Frühjahr verleiht die Rosablüte der Schneeheide dem Föhrenwald ein beinahe exotisches Aussehen. 
 
Die Skorpione des Antelsberges sind aufgrund des individuenreichen Vorkommens eine große Besonderheit. In früheren Zeiten wurden sie für volksmedizinische Heilzwecke und zur Behandlung von Nutztiererkrankungen gesammelt. Dabei galt das „Oleum scorpionum“ als harntreibende Medizin und Mittel gegen die Pest. Für die Herstellung des Wundermittels wurden 100 lebende Tiere in zwei Pfund Olivenöl angesetzt, sodass sie im Todeskampf ihr Gift abgaben. Die moderne Veterinärmedizin hat mittlerweile den alten Volksglauben von der Heilkraft des Skorpiongiftes widerlegt, heute gilt ein strenges Stör- und Sammelverbot. Skorpione stehen bei uns unter Naturschutz.

Tschirgant Bergsturz

Vor knapp 3000 Jahren fand im Bereich der Ötztalmündung ein dramatisches Bergsturzereignis statt: Der ehemalige Gipfel und ein Teil des Tschirgant-Südabhanges stürzten herab. Die Ausbruchstelle in der „Weißen Wand“ auf der Südseite des Tschirgants ist deutlich zu sehen. Das Inntal und die Ötztalmündung wurden mit insgesamt ca. 200 Mio m3 Felsmaterial verschüttet. Es entstand eine chaotische Felsblocklandschaft, kahl und unfruchtbar. Mühsam bahnten sich Inn und Ötztaler Ache einen Weg durch das Felsgewirr.  

Geologie/Bergsturzereignis
Bergstürze sind ein typisches Phänomen der Nacheiszeit. Die großen Gletscher haben nach dem Abschmelzen übersteilte Talflanken hinterlassen, denen das „Stützkorsett“ abhanden gekommen war. Berglandschaften mit extremer Reliefenergie suchen sich naturgemäß einen Ausgleich. Massenbewegungen sind die Folge. An einer Schwächezone zwischen den tonhaltigen, wasserrückstauenden Raibler Schichten und dem stark wasserdurchlässigen Wettersteinkalk hat sich der Bergsturz von der Felswand losgelöst. Das Bergsturzmaterial aus Wettersteinkalk und Hauptdolomit (ca. 500 Mio Tonnen) ist in wenigen Sekunden abgeglitten und auf grundwasserführende Lockergesteine des Inntales gestürzt. Dabei wurde ein Teil des Lockergesteins mitgeschürft. Der Aufprall hat schließlich zum Auspressen des Wassers aus den wassergesättigten Sedimenten geführt. Auf einem Wasserpolster ist die Bergsturzmasse bis zur Ortschaft Habichen im Ötztal geglitten („Aquaplaning“).  Mitten in der chaotischen Bergsturzmasse fällt ein langer, von den Gletschern herausgeschliffener Grundgebirgsrücken auf. Es handelt sich um den aus sogenanntem „Ötztaler Altkristallin“(ca. 500 Mio Jahre altes metamorphes Gestein) bestehenden Dürrberg. Obwohl das Felsmassiv ca. 200 m aufragt, kam es auch auf dessen Rücken zu Ablagerungen des Bergsturzmaterials.

Forchet als Naherholungslandschaft
Mit den ersten warmen Tagen des scheidenden Winters entfaltet die Schneeheide ihre rote Blütenpracht. Im lichten Bergsturzwald wird die Sonnenwärme gespeichert, so dass es hier im Spätwinter und Frühjahr viel wärmer ist, als in anderen Waldlandschaften. Der Wald verlockt zu stimmungsvollen Ausflügen, zum Aufsaugen der wärmenden Frühlingssonne. Zahlreiche Bienen finden hier die erste wertvolle Nahrung, um ihre Völker aufzubauen.Der Forchet bietet mit seinen wilden Felsblöcken, Höhlen, Gipfeln und Senken besonders für Kinder einen großartigen Naturerlebnisraum. 

Geolehrpfad
Damit das Wandern im Forchet für Einheimische und Touristen attraktiver wird, wurde ein Naturlehrpfad installiert, der über Entstehungsgeschichte, Geologie, Pflanzenleben, Tierwelt und Kulturgeschichte informiert. In einer Begleitbroschüre sind im Wesentlichen die Tafelinhalte dargestellt.