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„Nationalsozialismus in Imst“
Ausstellung im Museum im Ballhaus noch bis 5. September!
Im März 2026 ist das Buch „Wahre Volksgemeinschaft“ von Sabine Pitscheider erschienen, die wissenschaftliche Aufarbeitung der NS-Vergangenheit der Stadt Imst. Die bearbeitete Zeitspanne erstreckt sich von den frühen 1930ern bis zu den 1950er Jahren.
Gleichzeitig öffnete im Museum im Ballhaus die Ausstellung „Nationalsozialismus in Imst“, die anhand von originalen Dokumenten, Fotos, Filmen und Berichten die Imster NS-Geschichte ab den frühen 1930ern erzählt.
Finissage: 5.9., 18 Uhr – Leseperformance mit Musik
Am 5. September endet die Ausstellung mit einer Finissage.
Michael Rudigier und Florian Bramböck präsentieren um 18 Uhr erneut ihr Programm „Hört her!“, das bereits in der Stadtbühne Imst zu sehen war.
In der Leseperformance mit Musik verdichten sie Literatur, Musik und historische Reflexion zum eindringlichen Gesamtbild:
Texte, Gedanken und Klänge über das Menschliche im Unmenschlichen, über Abgründe, Brüche und die fragile Balance zwischen Gut und Böse.
"Die Menschen verstehen weder ganz böse noch ganz gut zu sein. Da die Natur den menschlichen Dingen keinen Stillstand gestattet, so müssen sie notwendigerweise sinken, nachdem sie ihre höchste Vollkommenheit erreicht haben und nicht mehr aufwärts zu steigen vermögen.
Wenn sie durch Zerrüttung aufs tiefste gesunken sind, so müssen sie, da sie nicht mehr sinken können, wiederaufwärtssteigen. So sinkt man stets vom Guten zum Bösen und steigt vom Bösen zum Guten."
(N. Machiavelli)
Sonderausstellung „Nationalsozialismus in Imst“
Die Sonderausstellung erzählt in einzelnen Kapiteln, verteilt auf zwei Stockwerke, vom Aufstieg der NSDAP und der Umgestaltung von Staat und Gesellschaft durch das NS-Regime. Die Erhebung Adolf Hitlers zum Ehrenbürger von Imst, der Anschluss, Volksabstimmung und Propaganda und die Erziehung der Jugend werden genauso thematisiert wie das Verhältnis zur katholischen Kirche, die brutale Gewalt gegen politische Gegner bei der „Schreckensnacht“ und die Verfolgung und Ermordung Andersdenkender und all jener, die nicht zur propagierten „Volksgemeinschaft“ gehören durften.
Im Untergeschoß wird die „Heimatfront“ zum Thema gemacht, die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges auf Menschen und Wirtschaft in Imst.
Zudem regen die zum Teil emotional geführten Diskussionen der vergangenen Jahre - über die Umbenennung der „Jakob-Kopp-Straße“ und die Entfernung des sogenannten „SS-Denkmals“ (für drei von Amerikanern erschossene Angehörige der Waffen-SS) - zur weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema an. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, ihre Gedanken und Reflexionen auf Notizzetteln zu hinterlassen.