Blaue Grotte - Geologie


Überall wurde in Bergen und Tälern emsig gesucht. Die Sande der Flüsse und Bäche ließen beim Auswaschen als schwerste Bestandteile Erzkörner zurück. Solche Spuren verfolgte man bis zu den Ursprungsstätten.
So wurden schon vor Jahrhunderten mit bewundernswertem Geschick und instinktiv von den sogenannten „Erzschmeckern“ praktisch alle zu Tage tretenden und bisher bekannt gewordenen Erzvorkommen Tirols aufgespürt.
Landesgeologe Peter Gstrein vermutet, dass bereits in den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt mit der Feuersetzmethode (lehrbuchartig sind die typischen Formen der Feuersetzung zu beobachten – könnten römischen Alters sein; Nähe zur Via Claudia!) abgebaut wurde; dabei wurde das Gestein des Felsens durch die Erhitzung spröde und konnte auf diese Weise leichter abgeschlagen werden.
Später (15./16. Jhd.) bearbeitete man das harte Gestein (Wettersteinkalk) mit Hammer und Meißel, um Bleiglanz zu schürfen (Schrämmstollen).
Überwiegend ist die Blaue Grotte ein handgeschlagenes Stollensystem mit einer Länge von 35 m. Nach Gstrein schaffte es ein Arbeiter, in einer 8-stündigen Schicht circa 20 kg Gestein aus dem Massiv zu schlagen. An einem Tag wurde durchschnittlich ein Vortrieb von 1 cm erreicht (Das ergibt eine Gesamtarbeitszeit, wenn man diese ohne Unterbrechung annimmt, von 3 Jahren). Der anfallende Schutt war sehr kleinstückig, ein sicheres Indiz für das Alter einer Halde.
Allgemein kam es um den Beginn des 17. Jhd. zum Rückgang und 1620 zum Niederganges des Imster Bergbaues. Nachdem die oberflächlichen Erzlager ausgebeutet waren, wurde die Anlage tiefer reichender Stollensystem zu kostspielig. Gleichzeitig kam es auch zu einem Nachlassen des Schwazer Silberbergbaues, so dass die Bleierzgewinnung im Imster Raum eingestellt werden musste.
Zum „Frischen“ – zum Ausbringen des Silbers aus den Fahlerzen – benötigte man große Mengen von Blei als Zuschlagsmaterial. Beim sogenannten „Kupferfrischen“, dem Zusammenschmelzen von silberhaltigem Kupfer mit Blei, verband sich das Silber mit dem Blei. Es entstand eine Legierung von silberreichem Blei und silberarmem Kupfer.
Daraus konnte das begehrte, hoch im Kurs stehende Edelmetall leicht gewonnen werden. Bei Mangel an Blei musste die Silbergewinnung ruhen. Das unscheinbare Blei wurde bald so kostbar wie Silber.
Blei bezog man hauptsächlich aus Südtirol vom hoch gelegenen Bergbau am Schneeberg, später auch von Bleiberg in Kärnten. Der Transport über die Pässe war lang, mühsam und kostspielig (Saumpferde). Man suchte nach näheren, leichter zu transportierenden Bleiquellen und wurde im Raum Imst fündig.
So wurde das Imster Gebiet (Tschirgant, Heiterwand, Nassereith) zur wichtigsten Bezugsquelle für Bei im nördlichen Tirol. Der Saumtransport war rel. kurz.
Der Inn war bei entsprechendem Wasserstand flößbar, ab Telfs dann schiffbar. Das verbilligte die Transportkosten für das Erz erheblich. Vor dem Transport wurde das Erz sortiert, also taubes Material von erzhaltigem getrennt, z.T. direkt in Imst verhüttet.







